Ayse bleibt!

H&M erliegt öffentlichem Druck

Ayse bleibt!

Für die Beschäftigten der Heilbronner H&M-Filiale in der Stadtgalerie können endlich aufatmen: Nach monatelangem Kampf hat der schwedische Modekonzern dem zunehmenden öffentlichen Druck nachgegeben.

Angeheizt wurde der Konflikt zuletzt durch die Tatsache, dass der inzwischen ehemalige Filialleiter von Ayse scheinbar nicht bereit war, für H&M unter Eid die Unwahrheit zu sagen. Somit konnte die Unternehmensleitung nicht länger bestreiten, dass es die Zusage zur Weiterbeschäftigung von Ayse jemals gab.

Unzählige Solidaritätsaktionen und kritische Berichterstattung begleiteten die Auseinandersetzung der Beschäftigten mit ihrem Arbeitgeber um den Erhalt des Arbeitsplatzes ihrer Betriebsratsvorsitzenden. Und die KollegInnen von Ayse mussten dabei einiges einstecken. Denn um nicht zuzugeben, dass Ayses Arbeitsverhältnis aufgrund ihrer Betriebsratstätigkeit beendet wurde, unterließ H&M dringend notwendige Neueinstellungen. Die dadurch herbeigeführte Überlastung der Beschäftigten und die damit verbundene gesundheitliche Gefährdung nahm das Unternehmen billigend in Kauf. Fürsorgepflicht geht anders!

Die wachsende öffentliche Empörung bekam der Textilkonzern auch am Umsatz zu spüren. Verglichen zum Vorjahr gestaltete sich dieser in der Heilbronner Filiale rückläufig. Um diesem Negativtrend entgegen zu steuern, blieb dem milliardenschweren Schweden nichts anderes übrig, als Ayse weiter zu beschäftigen. Entgegen allen Erwartungen! Denn überlicherweise versucht H&M solche Konflike auszusitzen und lässt vorzugsweise die Gerichte entscheiden.

Während sich der um Ayse gebildete Kampagnenrat der weiteren Aktionsplanung hingab, um den Druck auf das Unternehmen weiter zu erhöhen, wurde Ayse von der neuen Storemanagerin überrascht, als diese sie plötzlich um ein Gespräch bat. Darin wurde Ayse unter anwesenden Zeugen die geforderte Weiterbeschäftigung angeboten. Diese solle nahtlos an das alte Arbeitsverhältnis angehängt werden. Über dieses Angebot wurde nun ein gerichtlicher Vergleich geschlossen.

Der plötzliche Kurswechsel von H&M wurde jedoch nur dank einer Vielzahl von Menschen möglich, die sich entschlossen und solidarisch für Ayse eingesetzt haben. In ihrem Namen danken wir Euch sehr für dieses glückliche und erfolgreiche Ende eines Kampfes gegen Ungerechtigkeit und Willkür!